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Wie funktioniert Kata-Coaching?

Der japanische Begriff „KATA“ stammt aus dem Kampfsport und bedeutet ĂŒbersetzt „Routine“. Im Kontext der kontinuierlichen Verbesserung und der Steigerung der eigenen WettbewerbsfĂ€higkeit spielt das Thema FĂŒhrung eine entscheidende Rolle. FĂŒhrungskrĂ€fte in allen Bereichen sowie auf allen Hierarchieebenen können sich durch Kata-Coaching systematisch und aktiv, gemeinsam mit ihren Mitarbeitern, an diesen VerbesserungsaktivitĂ€ten beteiligen.

Abbildung: Infografik zum Kata-Coaching, Entwicklung zu einer Verbesserungskultur

Die Kata umfasst verschiedene Elemente. Dazu gehören die Verbesserungskata, die Coachingkata, die 2nd-Coach-Kata sowie die Kata-Praxis.

Kata: Stufen und Rollen

Die entscheidenden Rollen sind die des Verbesserers, des Coaches und des zweiten Coaches (2nd-Coach). Der Verbesserer ist fĂŒr die Umsetzung einzelner Verbesserungsschritte zustĂ€ndig, die oftmals bis zum nĂ€chsten Arbeitstag ausgefĂŒhrt werden. HĂ€ufig erfolgt die Umsetzung ĂŒber Prozessbeobachtungen und -aufzeichnungen oder kleine Experimente. Die Kata stellt dabei den FĂŒhrungsstandard dar, sprich die Routine, in der sich der Verbesserer bewegt und welche er mit der Zeit verinnerlicht. Gemeinsam mit seinem Coach, meist die nĂ€chsthöhere FĂŒhrungskraft, wird in jedem Termin ein nĂ€chster Schritt vereinbart, welcher sich aus auftretenden Hindernissen und deren Einflussfaktoren ergibt.

Diese Aufgaben gibt es beim Kata-Coaching

Der Coach trĂ€gt die Ergebnis- sowie die Entwicklungsverantwortung, unterstĂŒtzt den Verbesserer durch regelmĂ€ĂŸige Coaching-GesprĂ€che und gibt das Ziel vor. Getreu dem Motto „nur durch gute FĂŒhrung wird gut verbessert“ hat der Coach zusĂ€tzlich die Aufgabe, die konkrete Richtung fĂŒr die VerbesserungsaktivitĂ€ten seines Bereiches von der Unternehmenszielen abzuleiten und im Alltag seiner Mitarbeiter zu verankern. Die regelmĂ€ĂŸigen Coachings, welche auf Basis der Kata immer gleich ablaufen, stellen sicher, dass kontinuierlich an den Zielen gearbeitet wird.

Abbildung zum Thema Kata-Coaching: Infografik Verbesserungs-Kata

Der zweite Coach (2nd-Coach) hat die Funktion den Coach zu entwickeln und ihn bei der Erlernung der notwendigen FĂŒhrungsqualitĂ€ten und -fĂ€higkeiten zu unterstĂŒtzen. Er begleitet das Kata-Coaching auf allen Hierarchieebenen, bereitet den Coach auf die GesprĂ€che vor und gibt konstruktives Feedback. Auch hier findet also ein stetiger Weiterentwicklungsprozess statt.

Kata-Coaching bei apra

In der ersten Phase des Kata-Coachings ab Herbst 2020 wurden bei apra die GeschĂ€ftsleitung sowie einige weitere FĂŒhrungskrĂ€fte bzw. Abteilungsleiter geschult. Nach wenigen Sitzungen, in denen die Kata-Systematik zunĂ€chst vorgestellt und teils theoretisch, teils anhand von kleinen Übungen vermittelt wurde, erfolgte bereits der Einstieg in die eigenen Praxisprojekte. Diese wurden von den Teilnehmern selbst ausgewĂ€hlt und definiert. Dazu gehören u.a. die Formulierung der Zielsetzung sowie die konkrete Prozessbeschreibung.

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess in der Praxis

Um den Fortschritt bzw. die Entwicklung messen zu können, erfolgt ein kontinuierlicher Vergleich zwischen Ist- und Zielzustand. Basis dafĂŒr sind konkrete, messbare Prozessindikatoren. Dies können z.B. Bearbeitungszeiten, die Anzahl der am Prozess beteiligten Mitarbeiter oder die HĂ€ufigkeit von Störungen sein. AusgewĂ€hlte Praxisprojekte waren u.a. die systematische Erarbeitung von Shopfloor-Kennzahlen, die Reduzierung der Durchlaufzeit bei Kaufteil-Reklamationen, die Selbstorganisation des Arbeitstages oder die strukturierte DurchfĂŒhrung von Stehungen in einer vorgegebenen Zeit. Bei allen Projekten stellten sich durch die stetige Arbeit am Prozess und regelmĂ€ĂŸige Coachings schnell erste Erfolge ein. Auch zunĂ€chst komplex scheinende Hindernisse konnten durch das lösungsneutrale Vorgehen und „Denken“ in kleinen Schritten eliminiert werden.

Fazit: Kata-Coaching bringt Erfolge – und neue Projekte

Insgesamt entwickelten sich mit der Routine sowie den Erfolgen auch die Motivation und der eigene Antrieb aller Teilnehmer rasch weiter, die Kata weiterzuverfolgen und in der Organisation zu verbreiten. Als Konsequenz aus den ausschließlich positiven Erfahrungen und den erzielten Ergebnissen, auch in der Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Lean Partners Projekt Gesellschaft mbH & CO. KG, sind mittlerweile mehrere neue apra-Kata-Projekte in verschiedenen Unternehmensbereichen entstanden. In die Rolle der „Verbesserer“ schlĂŒpfen dabei zahlreiche weitere FĂŒhrungskrĂ€fte, die seit Mitte Mai die Kata unter Betreuung von Lean Partners kennenlernen und mit hohem Engagement in ihren Teams arbeiten. Jene FĂŒhrungskrĂ€fte, die bereits die erste Phase der Kata-Coachings durchlaufen haben und eigene Projekte bereits abschließen konnten, fungieren nun als „Coaches“. Das mittelfristige Ziel ist es, diese FĂŒhrungskultur in der gesamten Organisation zu verbreiten, um gemeinsam erfolgreich zu agieren und apra weiterzuentwickeln.

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